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Dieter Moebius ist jemand, dessen Werk die internationale Wahrnehmung
elektronischer Musik aus Deutschland maßgeblich geprägt hat
.

Und mehr als das:
Die Gruppen Cluster, Kluster und Harmonia waren stilbildend an der Gestaltung

dessen beteiligt, was wir heute unter repetitiver elektronischer Musik verstehen.Krautrock ist sicherlich nur ein Teilaspekt des musikalischen Kosmos, für denMoebius und Gesinnungsgenossen Geburtshelfer waren. Unzählige Musiker ausaller Herren Länder nennen Moebius und Cluster als Referenzen.Die Musik von Dieter Moebius steht für Bewegung. Sie evoziert das Gefühl desUnterwegs Seins, jenes Gefühl von Weite und Endlosigkeit, das repetitive, sichlangsam wandelnde Strukturen hervorrufen. Das Wort „Klanglandschaften“, das zuRecht unter dringendem Kitsch-Verdacht steht, bekommt hier eine neue Bedeutung.Wenn damit die Landschaft gemeint ist, die man an sich vorbeifahren sieht, dieReiselandschaft, dann lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass Moebius auf „Kram“Klanglandschaften entworfen hat. Mobile Musik, die auch dem unbeweglichverharrenden Hörer ein Gefühl von Bewegung gibt.Ungeachtet dessen, wie lang die Stücke auf „Kram“ auch sein mögen, sie habenstets etwas miniaturenhaftes. So als hätte Dieter Moebius über einen längerenZeitraum gute Ideen gesammelt, weiter verfolgt und dann schließlich zu einem Albumkompiliert. Und so unterschiedlich diese Ideen auch sein mögen, sie werdenzusammen gehalten von der großen Klammer der Klangreise. Wir begegnenunwiderstehlich treibenden Piano-Pattern, Filterverläufen, merkwürdigen Klängenungeklärter Herkunft, dichten Arrangements und klarer Sparsamkeit. ElektronischeStörmanöver, gerade Beats und zarte Texturen verschränken sich einträchtigineinander. So sind die hier versammelten Stücke und Skizzen sehr divers undgleichzeitig seelenverwandt. Beats haben längst nicht alle, mitunter sind es diePattern selbst, die rocken und Sog erzeugen.Weitgehend unbeeindruckt vom musikalischen Trendgeschehen kümmert sichMoebius kaum um die alten oder neuen Schulen der elektronischen Musik.Stattdessen verfolgt er seine sehr eigene Klangästhetik, die „Kram“ zu einemzeitlosen, wenn auch keineswegs geschichtslosen Album macht.Dieses Album hat Tiefe, dabei scheint es vom Hörer keine meditative Konzentrationeinzufordern. Überhaupt ist Kram nicht fordernd, sondern bietet sich bloß an und lädtden Hörer ein, doch vielleicht einzusteigen ins psychedelische Vehikel. Das ist es,was Kram so überaus sympathisch macht. Denn Dieter Moebius will gar nichts vonuns. Aber nach dem Genuss von Kram wollen wir etwas von ihm, nämlich mehr vondem Kram.