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Andreas Dorau steht für intelligenten und humorvollen Pop, irgendwo zwischen Postpunk, Samplekunst und Clubmusik. Sein neues Album klingt wie eine Reise durch die gesamt Popgeschichte und spiegelt dabei doch völlig den Zeitgeist wider. Typisch Dorau eben.
"Todesmelodien" heißt das neue Werk und ist sein bisher dunkelstes und finsterstes Album geworden. Er setzt sich darin auf seine Weise mit Tod und Vergänglichkeit auseinander.
Was das Popgeschäft angeht, gibt es Kurzlebigkeit natürlich nur für die Verlierer: Stars und ihre Hits sind für die Ewigkeit und überdauern uns am Ende alle. Wer wüsste das besser als Andreas Dorau, der schon als Fünfzehnjähriger einen solchen Hit schrieb?
Pop ist eben nicht nur Glamour – Pop ist auch ein Garant für die menschliche Tragödie. Allein deshalb scheint es nur allzu konsequent im besagten Album Opener "Größenwahn" im Spector-typischen Wall-Of-Sound die Hybris zu besingen: Irdische Anmaßung hat von jeher die Menschen ins Verderben getrieben – aber ein Stück weit gehört sie zur Popkarriere wie die Würfel zum Sensemann...
Dorau beschreibt uns in seinen Liedern die abstoßenden Flecken auf dem Pailletten-Kleid, jene schwarze Angst-Materie aus der ein Künstler einen Song erstrahlen lässt.
"Selbst korrupte, dumme Schweine: Alle werden Edelsteine" prophezeit uns so der zornige Popstar mit den Worten seines Freundes und Weggefährten Wolfgang Müller. Die Musik schuf das Hamburger Electro-Duo DIE VÖGEL (Mense Reents und Jakobus Siebels), die auch für die meisten Arrangements und Instrumentierungen die "Todesmelodien" Verantwortung übernehmen.

